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Totensonntag
geschrieben von: Defender57 (IP bekannt)
Datum: 27.11.06 14:22

Gestern war Totensonntag. Alle Weihnachtsmärkte geschlossen. Viele Touristen mit langen Gesichtern. Nun gut. Gesetzlich ist für diesen Tag Ruhe angeordnet. Keine Musik, keine Geschäfte. Alle die gewerblich tätig sind halten sich dran. Ansonsten hagelt es kräftige Bußgelder. Trotzdem waren vor dem Dom die üblichen Musiker und Artisten. Lautstarkes Spektakel und Musik. Am Eingang der Hohe Straße verkauften einige Obdachlose Selbstgebasteltes. Das ging den ganzen Tag so.

Keinen Offiziellen hat es gestört, die waren einfach nicht da. Man kann sicher diskutieren, ob die gesetzlichen Anordnungen für Tage wie Totensonntag noch zeitgemäß sind. Solange sie bestehen sollten sie aber für alle gelten und nicht nur für die, die man bußgeldmäßig ausräubern kann.

Wolfgang Breidenbach
Rechtsanwalt
Domkloster 1
50667 Köln
Telefon 0221 58 90 825
Telefax 0221 58 90 827
www.kanzlei-breidenbach.de

Re: Totensonntag
geschrieben von: gmerks (IP bekannt)
Datum: 27.11.06 16:37

Hallo,

meinen Sie das ernst?
Muss denn in Deutschland wirklich für Alles und Jeden das Gesetzbuch oder sonstwas zur Hand genommen werden?
Ich bin keine Juristin und habe über das Allgemeinwissen hinaus keine Ahnung von gesetzlichen Bestimmungen. Muss und will ich auch nicht, denn meistens hilft mir mein gesunder Menschenverstand. Kann ja sein, dass ich mich täusche, aber auf mich macht es eher den Eindruck, als ob Sie sich von diesem "lautstarken Spektakel" belästigt fühlten und nun...
Straßenmusiker etc. mit echten Gewerbetreibenden zu vergleichen, halte ich für stark übertrieben - auch wenn die Bestimmung vermutlich so ausgelegt werden kann. Wie war das nochmal? "Ein Gesetz ist Auslegungssache: 1 Paragraph + drei Anwälte = mindestens 3 verschiedene Interpretationen"?
Vielleicht finden Sie einen gewerblich Tätigen, der sich so benachteiligt fühlt wie von Ihnen angeführt und Klage einreicht. Dann können Sie ja mit Ihrer Argumentation vor Gericht gehen. Sinnvoller fände ich es allerdings, wenn sich Anwälte und Betroffene statt dessen für die Änderung oder Abschaffung dieser Bestimmung einsetzen würden.

Es ist doch wahrscheinlich nicht nur für Touristen schön, wenn auch an solch einem Tag wenigstens ein bisschen Leben auf den Straßen/Plätzen herrscht - und es wäre schön, wenn Artisten, Musikanten usw. auch weiterhin ohne Furcht vor behördlichen Sanktionen (egal, ob Bußgelder oder Platzverweise oder was es sonst noch gibt) zu unserer Entspannung beitragen dürften.

MfG



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